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GESCHICHTLICHES

Zeiten wechselnder Besatzung in Anklam
Im Dreißigjährigen Krieg war die Stadt Schauplatz erbitterter Kämpfe.

Juli 1630

eroberten die Schweden erstmals Anklam. General Wrangel schlug angreifende kaiserliche Truppen mehrmals zurück.

1637

fand eine der entscheidenden Schlachten - durch Berichte eines Buchdruckers gut dokumentiert - statt. Dabei drängten die schwedischen Truppen die kaiserlichen bis weit hinter Anklam zurück. Obwohl die Stadt völlig verarmt war, feierten die Anklamer viele Jahre am 28. August ein Dankfest für diesen Befreiungsschlag durch die Schweden. Nach Ende des 30jährigen Krieges 1648

gehörte Anklam für lange Zeit zu Schweden. Doch die Kämpfe wogten weiter hin und her.

1676 bis 1679

hatten wieder die Brandenburger das Sagen in Anklam. Dann herrschten wieder die Schweden.

1713

sollte die Stadt geplündert und niedergebrannt werden, eine Vergeltungsmaßnahme, weil die Schweden die Stadt Altona niederbrannten. In buchstäblich letzter Sekunde wurde das Niederbrennen aufgehoben. Geplündert wurde freilich schon. Im gleichen Jahr fiel die schwedische Festung Stettin und der Preußenkönig schloss mit dem russischen Oberbefehlshaber einen Vertrag, wonach der westliche Teil Vorpommerns bis an die Peene gegen Zahlung von 400 000 Talern an Preußen fallen sollten. Als der Schwedenkönig Karl XII. den Vertrag empört zurückwies, ließ der preußische König seine Truppen marschieren.

Weihnachten 1715

fiel mit Stralsund die letzte schwedische Festung in Pommern. 1720 wurde im Frieden von Stockholm die Gebietsansprüche Preußens geregelt, der gesamte westliche Teil Vorpommerns mit den Inseln Usedom und Wollin fiel an Preußen. Die Anklamer, so geht es aus den Berichten in den Chroniken hervor, sahen in der Besetzung durch die Schweden meist das kleinere Übel. Die Schweden vermaßen zwar das Land, um die Abgaben und Steuern exakt berechnen zu können, doch ansonsten ließen sie den Menschen ihren Lebensstil.

Seit 1720

bildete die Peene die Grenze zwischen Schweden und Preußen. Das heißt die Stadt Anklam kam zu Preußen, doch der Peendamm und die nördliche Vorstadt gehörten weiterhin zu Schweden. Dieser Zustand hielt bis zum Wiener Kongress 1815 an. Die Bewohner des Peendamms gehören politisch zu Schweden , bezahlen aber in Anklam ihre Steuern und sind auch der dortigen Kirchengemeinde unterstellt. Recht wird allerdings auf den Peendamm durch preußische Beamte nach pommersch-schwedischem Gesetz gesprochen. Anfangs unterstützen auch die Anklamer Einwohner die Schweden. Ihre Gesinnung wandelte sich aber im Laufe der Zeit. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Preußen viel Geld und Arbeit in den Aufbau der Provinz Pommern steckten.

Zwischen 1758 und 1762

wechselt die Besetzung Anklams mehrmals zwischen den Preußen und den Schweden. Nach einem anfänglichen Ausbau der Festungsstadt durch die Schweden erklärt der Preußenkönig Anklam zur offenen Stadt und lässt Festungswerke schleifen und in Gärten verwandeln. Die Schweden ihrerseits lassen die nördlichen Teile der Stadtmauer und Stadttore abbrechen.

Erst nach 1815 kann sich Anklam langsam von den wirren Verhältnissen erholen.